Oktober /

02

/ 2020

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Lerntherapie,

Psychoedukation in der Lerntherapie

Griepenburg, C., Schuchardt, K., Lautenschläger, P., & Mähler

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In einer Evaluationsstudie untersuchen Griepenburg, Schuchardt, Lautenschläger und Mähler (2020), wie sich eine sorgsam aufbereitete und bildlich unterstützte Aufklärung von Kindern und Eltern bei Lernstörungen auswirkt. Dazu verglichen sie eine Experimentalgruppe, die anschauliche Bilder sowie eine teilstandardisierte Beratung / Psychoedukation mit einer Vergleichsgruppe ohne diese beiden Maßnahmen.
Beispiel für die Veranschaulichung von Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben, Rechnen (langsam, falsch, umständlich).

Die Wirkung dieser Vorgehensweise auf die Eltern und die Kinder wurde anhand von Wissen über die Entstehung der Lernstörung, das subjektive Wohlbefinden sowie die Compliance und die Zufriedenheit mit der Psychoedukation acht Wochen nach Diagnoseerhebung in einem Telefongespräch untersucht.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sowohl Kinder als auch Eltern von einer teilstandardisierten materialgestützten Psychoedukation profitieren. Es zeigen sich mittlere bis große Effekte. Dementsprechend schlussfolgern die AutorInnen, dass die Psychoedukation bei umschriebenen Lernstörungen kann durch ein systematisches und kindgerechtes Vorgehen für Eltern und Kinder optimiert wird. Die allgemeinen Ziele von Psychoedukation scheinen so besser erreicht zu werden.

Kommentar:
Dass eine angemessene und verständliche Aufklärung die Mitarbeit in der Therapie und das Wohlbefinden des Patienten fördert, ist aus zahlreichen Untersuchungen zu somatischen oder psychischen Störungen bekannt. Insofern ist die Aufklärung in den letzten Jahren zu einem wesentlichen Baustein der Therapie geworden. Die vorliegende Untersuchung bestätigt das.

Griepenburg, C., Schuchardt, K., Lautenschläger, P., & Mähler, C. (2020). Wirksamkeit einer strukturierten, kindgerechten Psychoedukation bei Lernstörungen. Lernen und Lernstörungen, 1 – 13 https://doi.org/10.1024/2235-0977/a000301.